伊豆半島下田・Die schwarzen Schiffe!

Lange bevor Japan zur Industrienation aufstieg, zu einer Zeit, in der noch viele europaeische Missionare versuchten, die shintoistischen und buddhistischen Japaner zu bekehren, wurde das Land unter der damaligen Regierung komplett gegen die Aussenwelt abgeschlossen (naja nicht ganz, einige Haefen waren fuer spezielle Haendler offen, so wie z.B. Nagasaki fuer die Hollaender und ein paar andere Europaeer) um die Kultur gerade durch den so vehement versuchten Einfluss vpon der Aussenwelt zu schuetzen. Diese Abschottung, "Sakoku" 鎖国 oder zu deutsch "Isolationspolitik", sollte ungefaehr 200 Jahre andauern. In der Mitte des 19 Jh., vor ungefaehr 150 Jahren, wurde dieser Status Japans durch die Amerikaner unter Androhung von Gewalt aufgehoben. Die Hafenstadt, in der Commadore Perry und seine schwarzen Schiffe landeten und in der die sogenannten "ungleichen Vertraege" unterschrieben wurden (man kann sich denken zu Ungunsten welcher Seite). Nach Absegnung dieser Vertraege war es erstmals seit besagten 200 Jahren einer anderen Nation ausser den Niederlaendern und den paar nicht nennenswerten asiatischen Staaten, mit denen Japan interagierte, Handel zu betreiben. Ironischerweise wurde mit der ankunft der "Schwarzen Schiffe" Japan bewusst, dass sich in rund 200 Jahren vieles geaendert hatte und die Niederlaender nicht mehr die Handels-Hegemonie innehatten, derer sie einst so beruehmt waren.


Der kleinen idyllischen Hafenstaedte Shimoda und Hakodate (Hokkaido) waren die ersten, die fuer den Handel freigegeben wurden. Andere Nationen und Plaetze folgten.


Auch heute noch erinnert viel an Perry und seine schwarzen Schiffe. neben einem Sonderzug namens "The Black Ship Train" (der ausserdem schwarz angemalt wurde und dessen Scheiben mit Bullaugen verseht wurden), einem Museum fuer schwarze Schiffe, eine Faehre in der Gestalt eines schwarzen Schiffes, ein recht grosses Model eines der schwarzen Dampfschiffe vor dem Bahnhof kriegt man natuerlich ueberall viel Merchandise in Form kleiner dunkler Boote.


Ja selbst die Bahnstation erinnerte ein wenig daran.


Die Lage der Stadt, die bergige Landschaft, die vielen kleinen Inseln in der Bucht sowie die frische Seebrise machten den Ort fuer mich und Studienkollege Niels fuer einen optimalen Ausflugsort an einem Samstag, obgleich es hin und zurueck ueber 8 Stunden Fahrt von Tokyo sind. Das Wetter spielte zum Glueck mit.


Interessanterweise war neben der Denkmalbueste fuer Commodore Perry eine Rede von George W. Bush Junior abgedruckt, die er vor einigen Jahren waehrend eines Besuchs hielt. Weiterhin sah man auch ein Denkmal fuer Ex Praesident Carter, dessen Rede sinngemaess fuer Frieden und Voelkerverstaendigung plaedierte. Das ist natuerlich lobenswert. Seltsam jedoch, dass es gerade ein Amerikaner sagt, nachdem diese die Oeffnung Japans zunaechst gewaltsam erzwungen und auch heute noch ihren Willen nicht unbedingt friedlich durchsetzen.


Achja nicht die lokale Spezialitaet vergessen, geraeucherten Fisch: Himono.


Auf dem Weg zurueck dann noch in ein traditionelles Rotenburo-Onsen in einem benachbarten kleinen Dorf. Ausserdem saehn wir noch etwas sehr verwunderliches. Die Kirschblueten bluehten auf Izu schon! Und das Mitte Februar, sehr frueh, denn letztes Jahr bluehten die als ich gerade in Japan ankam, ende Maerz.

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