…they are uncivilizable and altogether irreclaimable savages, yet they are attractive and... I hope I shall never forget the music of their low sweet voices, the soft light of their mild, brown eyes and the wonderful sweetness of their smile.
Isabella Bird, Unbeaten Tracks of Japan
Spricht man Japaner auf die Ainu an, dann kommt meistens als erste Reaktion "Ah! Die Haarigen mit der dunklen Haut." Die Ainu, die eher als Nomaden oder Jaeger- und Sammlervolk lebten, sind fester Teil der Geschichte der japanischen Inseln, mittlerweile aber eine aussterbende Rasse. Man glaubt, sie lebten in Nord-Honshu und auf Hokkaido seit ca. dem 7ten Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie von der Ethnie, die wir heute als Japaner kennen, nach Hokkaido zurueckgedrengt. Nachdem die Japaner in den Anfaengen der Meiji Zeit begannen (~1860), Hokkaido vollkommen zu besiedeln, wurden die Ainu fast vollkommen verdraengt und in vielen Bereichen ihrer Jagdgrundlagen in den Waeldern beraubt. Heute, so glaubt man, leben nur noch rund 25,000 Ainu in Hokkaido, wobei sich die Zahl wirklicher Ainu auch durch Heiraten mit Japaner(inne)n vermindert, denn deren Nachkommern sind dann mehr Japaner als Ainu.
In den letzten Jahrzehnten gab es wieder mehr Interesse an der Erhaltung der Kultur, welche reich an Musik, Taenzen, Geschichten sowie Kleidung ist. Auch die Sprache ist eine vollkommen andere als die Japanische. Seit 1997 gibt es sogar ein Gesetz, das darauf ziehlt, das zu erhalten, was von der reichhaltigen Kultur der Ainu uebriggeblieben ist.
Das Tourismusgerechte "Ainu"-Fake-Dorf in Akankohan 阿寒湖畔.
Hier auf Hokkaido gibt es an vielen Stellen Ainu Museen und rekonstruierte Ainu-Doerfer. Auch in dem Onsen-Resort, wo ich gerade residiere werde ich jeden frueh von einem Wagen geweckt, der die Touristen per Megaphone auf das sogenannte Ainu Kotan hinweist. Leider ist das hier nichts weiter als eine im Ainu Stil gehaltene Strasse mit etlichen Souvenirshops. Allerdings kann man traditionelle Taenze der Ainu bewundern, welche taeglich abgehalten werden. Heute Abend wurde ich zu so einer Tanzveranstaltung eingeladen. Es war kurz, aber recht interesant. Die musikalischen Klaenge muten zunaechst fremd an, haben aber etwas an sich. Bei einem Tanz sollten wir sogar mitmachen. Eine Hand voll Japaner war auch noch da, fuer die wir allerdings die Icebreaker spielen mussten, da die sich zu nichts trauen.
Ainu-Taenze in Akankohan.
Die Leute, die dort arbeiten sind allerdings keine wirklichen Ainu. Nicht einmal solche, welche die traditionellen Taenze durchfuehren. Weiterhin sind die meisten mit Ainu-Wurzeln ihrer Tradition nur halb treu und die meisten koennen nicht einmal mehr die Sprache ihrer Urahnen.
Einer der Shops.
Allerdings gibt es irgendwo auf Hokkaido noch wirkliche Ainu, die ihren Traditionen treu bleiben, wie ich hoerte. Doch wo genau, das weiss man hier wohl nicht.
Tja, die Wahrheit liegt irgendwo da draussen. :D




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