So, neben all den Berichten aus dem Land der aufgehenden Sonne gibt es nun einmal etwas anderes. Wie man im letzten Post schon sehen konnte, bin ich am 21.12.2006 nach Korea geflogen, um mein Visum bis Ende Maerz verlaengert zu kriegen. Soul sollte die Stadt heissen, in der ich also Weihnachten 2006 verbringen sollte.
Strassenmarkt in Seoul
Vorher hat mich die Frau von Asiana Airlines jedoch total verunsichert am Flueghafen, denn sie meinte, ohne mein Fluckticket nach Deutschland zurueck (was ich logischerweise nicht mit zu einem Flug nach Korea nehme) koennte ich eventuell nichtmehr nach Japan rein. Gluecklicherweise ging dies dann aber doch problemlos. Nachdem man mir also meine japanische ID-Card bei der Ausreise entnommen hat, bin ich nun offizieller “Tourist” hier im Land.
Zurueck nach Korea. Ich kam erst Abends am Flughafen in Seoul an. Nach kurzen Orientierungsschwierigkeiten hab ich den Bus nach “Sinsoul-Dong” gefunden, wo sich das Hostel befand, dass ich vorher gemietet hatte. Schon beim Einsteigen in den Bus habe ich mich seit Ewigkeiten mal wieder “Lost in Translation” gefuehlt, denn entgegen meinen Erwartungen koennen in Korea nicht wirklich viele Leute Englisch. Zum Glueck stiegen aber hinter mir zwei Halbkoreanerinnen ein, die uebersetzen konnten.
Im Hostel angekommen, traf ich auch gleich auf meinen permanenten Zimmergenossen, ein Taiwanese, der ein Monat in Korea verbringt, um den Stars aus den koreanischen Dramen (Serien im Soap-Format, auch in Japan sehr beliebt, vielleicht ein wenig besser als das was im deutschen Fernsehen laeuft) “naeher zu sein”. Naja, mein Grund, Seoul zu besuchen war auch nicht gerade alltaeglich. Mit selbigem bin ich dann Abends noch in eine Kneipe nebenan gegangen, habe mich dem koreanischen Sake hingegeben, einen Tintenfischsalat gegessen, das billigste koreanische Bier auf Kosten des Hauses probiert und anschliessend mit der Bardame ne Runde Pool gespielt. Am naechsten Tag bin ich jedoch irgendwann Mittags mit wirklich grossen Kopfschmerzen wieder aufgewacht.
--------
National Folk Museum mit einem der Berge um Seoul
Da es am Tag meiner Ankunft bereits dunkel war, habe ich mich am zweiten Tag aufgemacht, ein wenig die Sehenswuerdigkeiten der Stadt zu erkundigen. Seoul besitzt ein interessantes Bus- System, dass einem mit einer Tageskarte erlaubt, unbegrenzt an diversen Sight-Seeing Stationen ein- und auszusteigen. Da ich keinen Plan hatte was interessant ist und sich die Namen fuer mich irgendwie alle gleich anhoerten, habe ich als erstes einen Palast ausgewaehlt, der, wie ich spaeter erfuhr, der groesste Seouls sein sollte. Andere Palaeste waren frueher nur moegliche Zufluchtsstaetten des Kaisers. Durch Zufall traf ich eine Gruppe mit einem englischsprachigen Guide. Zufaelle ereigneten sich eh sehr oft. Ich traf mal wieder die gleichen Leute an verschiedenen Orten der Stadt voellig unabhaengig voneinander. Ein paar Tage spaeter dann auch nochmal den Guide vom Palast, die mich mitten in der Metro am Arm greift und mir ein freundliches "Hello, I was your guide a few days ago." entgegnet.
Gyeongbokgung Palace
Mit einer Taiwanesin vor dem groessten Pavillion in Korea.
Die Wasserspiegelung ist nicht minder beruehmt
Danach besuchte ich ein rekonstruiertes traditionelle Koreanisches “Dorf”, welches aber nicht wirklich mit viel Interessantem aufwartete.
Viel interessanter fande ich da den Seoul Tower, der auf dem Namsan (dt. Suedberg) hoch ueber der Stadt thront. Leider war die Stadt (wahrscheinlich aufgrund der hohen Emission durch den vielen Verkehr) staendig in eine Art Dunst gehuellt, so dass sich die Aussicht wohl kaum gelohnt haette. Also bin ich in der Daemmerung wieder zurueck zum Hostel und bin danach noch mit dem Taiwanesen los, und gutes koreanisches Bibinbap gegessen, was bis jetzt zu meinen Favouriten an koreanischem Essen gehoert. Besonders stark ist es, dass man eine gluehend heisse Schuessel kriegt mit den Zutaten drin und man das ganze nurnoch umruehren brauch, womit es auch gleich geniessbar wird. Ueberraschenderweise sprachen die mich da Japanisch an, womit ich zumindest bei der Bestellung kein Problem hatte. Angeblich war es das Restaurant, dessen Besitzer diese Art von Bibinbap erfunden hat.
Wie man sieht, isst man in Korea traditionell mit Staebchen aus Metall
anstatt, wie in Japan, aus Holz.
Comments