Etwas, das ich unbedingt machen wollte in Suedkorea, war die Besichtigung der Demilitarisierten Zone (DMZ). Nach dem Korea Krieg wurde diese 1953 als “No-Mans-Land” zwischen Nord- und Suedkorea eingerichtet. Seitdem teilt sie das Land in zwei Teile wie einst auch Deutschland. Seit dieser Zeit ist diese Zone komplett fuer Menschen gesperrt und das Gebiet hat sich als Paradies fuer Tiere und Pflanzen entwickelt. Nirgendwo sonst auf der Welt ist die Natur so gut erhalten und geschuetzt wie in der DMZ.
Letzte Station war die vor einigen Jahren neu eroeffnete Dorasan Bahnstation, die vor einigen Jahren feierlich u.a. mit Praesident Bush eingeweiht wurde. Es ist die letzte Bahnstation vor Nordkoreanischen Gebiet und die Suedkoreaner haben die Hoffnung, dass sie in ungefaehr 10 Jahren von Kim Yong-Il die Erlaubnis kriegen, durch Nordkorea zu reisen und somit mit der Eisenbahn nach China, Moskau sowie Europa zu gelangen. Paradoxerweise hat die Station aufgrund dieser Tatsache im Moment noch nicht viel Sinn.
Generell wurde vieles irgendwie sehr seltsam dargestellt waehrend der Tour. Am Anfang sahen wir ein Video ueber die DMZ in einer Militaerstation in japanischer Sprache. Neben der Geschichte wurde der positive Charakter (Naturreservat) der DMZ sehr hervorgehoben. Der Film endete dann wirklich mit den Worten "Heute ist die DMZ kein Zeichen der Trennung mehr, sondern der Wiedervereinigung". Da frage ich mich, wie einer der bestbewachtesten Grenzen der Welt ein Zeichen von Wiedervereinigung sein kann.
Bridge of Freedom
Am Samstag nam ich daher an einer sogenannten “DMZ Morning-Tour” teil. Gegen 7 Uhr machte ich mich mit einem ekannten Franzosen aus dem Hostel auf, zur rund 50 Kilometer noerdlich von Seoul gelegenen DMZ. Erste Station war die Freeedom- Bridge, welche frueher als Verbindung galt, heute jedoch zerstoert vorzufinden ist. Eine andere der Bruecken, die sogenannte "Bridge of no Return" wurde auch als Schauplatz fuer den Bond-Film "Die another Day" genommen, an dem ein Gefangenaustausch zwischen dem Westen und Nordkorea stattfand. Den Namen bekam sie, als Anfang der 50er Jahre dort wirklich Gefangene ausgetauscht wurden und faellte man die Entscheidung, so gab es kein zurueck mehr.
Nachrichten an der Grenze zu Nordkorea, die nach Frieden und Wiedervereinigung der Familien beten. Tatsaechlich gibt es ein Programm, das das Wiedersehen von Familienmitgliedern im getrennten Korea foerdert, allerdings nur sehr wenige Faelle im Jahr und auch unter hoechster Bewachung.
Die Freiheitsglocke: Eine der vielen, die auf suedkoreanischer Seite gelaeutet wird, in der Hoffnung auf Wiedervereinigung.
Danach ging es zum dritten Infiltrationstunnel. Nachdem Nordkorea Seoul und andere Teile Suedkoreas zwei Mal mit Hilfe der Sowjetunion und der chinesischen roten Armee eingenommen hat und Suedkorea mit Hilfe von UN-Kraeften die Nordstreitkraefte wieder zurueckdraengen konnte, wurde in der Stadt Panmunjom der Vertrag ueber die Grenzen geschlossen. Nordkorea brach diesen Vertrag danach mehrmals, indem man versuchte, Suedkorea mittels selbst gegrabenen Tunneln zu infiltrieren. Einer der Beteiligten von nordkoreanischer Seite hat den Suedkoreanern die Information ueber die Tunnel gegeben, so dass diese die (insgesamt 4 an der Zahl) ausfindig machen konnte. Wir besuchten den dritten gefundenen und gleichzeitig groessten Tunnel. "Groesse" ist natuerlich in dem Fall relativ, denn der Tunnel war vielleicht 1.60m gross und insgesamt 1,5 Kilometer lang. In gebueckter Pose konnten wir sogar bis zur unterirdischen Absperrung gehen, die die Grenze markiert und hinter die noch keiner von suedkoreanischer Seite gegangen ist, da sie den nach Entdeckung gleich abgeriegelt haben. Interessant zu erwaehnen ist noch, dass die Tunnel ungefaehr 400 Meter unter der Erde verlaufen. Die Nordkoreaner haben fuer den dritten Tunnel insgesamt 4 Jahre gebraucht, um ihn auf eine Laenge von 1,5 Kilometer zu bekommen, bevor sie entdeckt wurden. Urspruenglich plante man, den Tunnel bis nach Seoul zu graben und dann 40.000 Soldaten pro Stunde (so wurde es errechnet) mitten ins Herz Suedkoreas zu schicken. Die Distanz nach Seoul betraegt von dort aus ueber 50 Kilometer, so dass man an die 150 (!) Jahre gegraben haette, um das Ziel auch zu erreichen. Dazu kommt, dass beim Tunnelbau bestimmt viele Nordkoreaner ihr Leben lassen mussten. Ein total unsinniges Unternehmen. Die Innenwaende wurden mit schwarzem Teer versehen, so dass man die Ausrede benutzte, es handle sich um eine Kohlemiene, was aber aufgrund der Tatsache, dass der Tunnel in festen Granit gehauen wurde, allein schon nicht sein kann. Von Suedkoreas Seite aus hat man 8 Monate gebraucht, um nach Erhalt der Information auf den Tunnel zu stossen, der dann verlassen war und sofort abgeriegelt wurde. Leider durfte man keine Photos machen, wie auch sonst kaum in der DMZ, da es streng militaerisches Sicherheitsgebiet ist.
Denkmal an der Stelle des entdeckten Tunnels. Die Menschen bringen zwei Teile einer Kugel zusammen. Auf beiden Innenseiten findet sich je ein Teil Koreas in konvexer und konkaver Version, so dass sie perfekt ineinander passen.
Anschliessend fuhren wir zum Dorasan Observatorium, von dem aus man nach Nordkorea schaun kann. Allerdings war es an dem Tag so diesig, dass man nichts sehen konnte und man zeigte uns einen Film in der Station. Photos waren auch nur hinter einer bestimmten "Photo Line" erlaubt und die Soldaten, die dort rumliefen, luden auch nicht gerade dazu ein, das Verbot zu ignorieren. Lustigerweise gab es neben dem Parkplatz ein Souvenirshop wo Photos der Sicht verkauft wurden. Naja, irgendwie will das Militaer ja auch Geld machen. Wenn die Sicht gut ist, sollte man eine grosse Statue von Kim Il-Song sehen koennen, eine von insgesamt schaetzungsweise 34.000 in ganz Nordkorea zu ehren ihres grossen Fuehrers. Dann noch ein Propagandadorf auf Nordkoreanischer Seite was den ironischen Namen "Friedensdorf" traegt, wo aber angeblich nur Soldaten rumlaufen sollen. Ausserdem ist ein grosser Propagandamast Nordkoreas zu sehen, der groesste Fahnenmast der Welt wohlbemerkt. Frueher wurde von nordkoreanischer Seite Propaganda gespielt, was aber heute anscheinend nicht mehr gemacht wird, zumindest nicht als wir dort waren.
Aussichtsplattform am Dorasan Observatorium. Wie man sieht, sieht man nichts. :(
Letzte Station war die vor einigen Jahren neu eroeffnete Dorasan Bahnstation, die vor einigen Jahren feierlich u.a. mit Praesident Bush eingeweiht wurde. Es ist die letzte Bahnstation vor Nordkoreanischen Gebiet und die Suedkoreaner haben die Hoffnung, dass sie in ungefaehr 10 Jahren von Kim Yong-Il die Erlaubnis kriegen, durch Nordkorea zu reisen und somit mit der Eisenbahn nach China, Moskau sowie Europa zu gelangen. Paradoxerweise hat die Station aufgrund dieser Tatsache im Moment noch nicht viel Sinn.
Generell wurde vieles irgendwie sehr seltsam dargestellt waehrend der Tour. Am Anfang sahen wir ein Video ueber die DMZ in einer Militaerstation in japanischer Sprache. Neben der Geschichte wurde der positive Charakter (Naturreservat) der DMZ sehr hervorgehoben. Der Film endete dann wirklich mit den Worten "Heute ist die DMZ kein Zeichen der Trennung mehr, sondern der Wiedervereinigung". Da frage ich mich, wie einer der bestbewachtesten Grenzen der Welt ein Zeichen von Wiedervereinigung sein kann.
Dorasan Bahnstation
Der Charakter des Satzes geht mit der Sicht vieler Koreaner einher. Aufgrund der Tatsache, dass ich selber in dem kommunistischen Teil eines Landes einer aehnlichen Situation gross gewurden bin, interessierte ich mich vor allem fuer die Meinung der Koreaner gegenueber einer moeglichen Wiedervereinigung. Viele junge Leute sagten, dass sie eine Wiedervereinigung wirklich wollten, unser Guide in der DMZ war strikt dagegen (wahrscheinlich, da sie dann ihren Arbeitsplatz los waere ;] ) aber einige meinten auch, dass Korea in diesem Zustand schon wiedervereinigt ist. Betohnt wurde in diesem Zusammenhang vor allem die minimale wirtschaftliche Kooperation, die wahrscheinlich eh nur einseitig ist.
Sollte es je zu einer Wiedervereinigung kommen, gibt es aufgrund des grossen sozialen und wirtschaftlichen Gefaelles einen wesentlich groesseren wirtschaftlichen Einschnitt, als es z.B. in Deutschland der Fall war. Naturschuetzer und Forscher hoffen, dass in diesem Fall das Gebiet der DMZ so erhalten wird, da es wie bereits schon angesprochen in dieser Form einzigartig in der Welt ist.
Sicht auf eine Bruecke auf dem Han-Fluss, der durch Seoul fliesst auf der Rueckfahrt
Wieder in Seoul angekommen, war es gerade mal 2 Uhr mittags und somit hatte ich noch genug Zeit, um die Stadt ein wenig zu erkunden.
Eines der interessantesten modernen Gebaeude in Seoul
Spaeter traf ich mit dem franzoesischen Bekannten noch eine Koreanerin, und danach besuchten wir I'Taewon (sozusagen das was Kreuzberg fuer Berlin ist) und wollten ein Handy von einem Araber abholen, der am gleichen Tag nach Hause fliegen wollte. Nach ewigem rumtelefonieren stellte sich heraus, dass er von seinem Bekannten, der ihm das Ticket verkauft hatte, gelinkt wurde und selbiger gerade auf dem Weg zum Flughafen war. Danach endete ich mit ein paar anderen Arabern in einem Irish Pub in dem wohl beruechtigsten Bezirk Seouls (so mein Reisefuehrer), es blieb aber entgegen meinen Erwartungen relativ friedlich.
Am Folgetag konnte ich dann endlich mal wieder ausschlafen, achja und Weihnachten/Heilig-Abend stand vor der Tuer. :D








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