水道観光・Aus alt mach neu

Anscheinend tut die Stadt Tokyo recht viel fuer die Aufklaerung der Bewohner. Meine Chefin fragte mich letztens ob ich nicht Lust haette, bei einer Besichtigung von den Wasserwerken Tokyos mitzukommen. Da ich nichts weiter vorhatte und dachte, dass es mal was anderes sei als das normale Touristische hier, habe ich zugesagt.


Fruehs um halb 8 in Shinjuku

So bin ich, obwohl ich von den Wochen hier eigentlich totalen Schlafentzug habe, am Samstag fruehs in die Stadt reingefahren zum Treffpunkt vor dem Rathaus in Shinjuku. Erstaunlicherweise warteten dort mehrere Reisebusse auf die Leute die sich dafuer angemeldet hatten. Organisiert wie eine Schulfahrt jedoch komplett kostenlos. In dem Bus ging es zu wie auf den japanischen Reisen die ich bis jetzt auch so erlebt hatte. Der Reiseleiter kommt rein, wuenscht allen einen guten Morgen und alle gruessen zurueck wie im Kindergarten. Nach einer kurzen Ansprache wird dann auch nochmal Beifall geklatscht. Bloss waren die Leute zum groessten Teil schon in gehobenem Alter in dem Bus. Letztendlich fuhr der Bus dann nach Saitama zu einem der Daemme am Tone-Fluss 利根川, die die Wassermenge Tokyos regulieren.




Als wir dann am Tone-Kanal ankamen wurden alle in Gruppen eingeteilt und die Mitarbeiter haben sich vorgestellt. Die Kontrollstation wacht ueber weite Teile der Wasserversorgung Tokyos. Schichten werden 24 Stunden geschoben. Wenn bestimmte Schleusen nur um ein Zentimeter zu wenig auf sind dann sind auf einmal viele Menschen ohne Wasser. Das ist echt ein riesiger Apparat, der hinter so einer Versorgung steht. Ich glaube daran denken die wenigsten, wenn sie ihr Wasser aus der Leitung holen.


Hier wird das Wasser dann schliesslich an die einzelnen Bezirke im Grossraum Tokyo verteilt.


Hier in Japan ist alles gefaehrlich, auch wenn es noch so abgesichert ist. Auf dem Schild steht "Bitte nicht runterfallen". Geschuetzt ist der Bereich von einem Zaun, der den meisten Japanern eh bis zur Brust geht und dahinter geht es nicht etwa steil runter, sondern eine Art Sims von mindestens einem Meter wuerde fallende Leute auffangen. Aber man muss die Leute ja vor sich selber schuetzen...


Die letzten Anzeichen des Herbstes, denn die Temperaturen werden auch hier langsam kaelter und die Baeume verlieren ihre Blaetter.


Danach ging es noch kurz in ein Wasseraufbereitungswerk. Auch ein riesen Teil in dem das dreckige Wasser trinkreif gemacht wird. (Und ja, es war wirklich geniessbar) Mit zweieinhalb Meter dicken Aktivkohleschichten und etlichen anderen Methoden wird versucht, das dreckige Wasser zu entgiften und fuer den Endkonsumer trinkbar zu machen. Wer einmal in Asien war, weiss, dass die meisten Fluesse nicht so fuer ihre Sauberkeit beruehmt sind, gerade in den grossen Ballungsgebieten. Interessant war auch der Fakt, dass, wenn man ein Essloeffel Sojasosse ins Wasser kippt, von Seiten des Wasserwerkes ein Aequivalent von 200 (!) Liter Wasser gebraucht wird, um das zu reinigen. Bei etwas Tempura (eine Art frittiertes Gemuese o.ae. auf Nudeln) sogar 80.000 Liter. Echt unglaublich.

Achja und einen desinfizierten Beutel fuer ungefaehr 3 Liter Wasser habe ich bekommen. Auf der Rueckseite ist ein Zettel mit allen Notausgabestellen wo man Wasser bekommt angeheftet, wenn z.B. ein Erdbeben die Region trifft. Na hoffen wir mal, dass das nicht so bald passiert...

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