築地・Wiedergewonnenes Land

Der folgende Bericht ist fuer zartbeseitete und Tierliebhaber jeder Art nicht geeignet. Ihnen wird empfohlen den Eintrag einfach zu ueberspringen.


Jeden Tag, ausser Sonntags und an Feiertagen findet in Tsukiji 築地 (dt. "wiedergewonnenes Land") in der Bucht Tokyo der gleichnamige Fischmarkt statt. Er gilt als der groesste seiner Art weltweit. Taeglich werden dort tausende von Tonnen Fisch (und, da es auch ein riesiger Markt fuer Gemuese und Fruechte ist auch unmengen der selbigen) unter die Haendler gebracht. Grund genug, sich das Spektakel einmal anzuschaun.

Da der Markt schon vor 4 Uhr am Morgen startet und in Tokyo die frueheste Bahn dort nicht vor 6 Uhr ankommt muss man in einem der anliegenden Bezirken durchmachen, um auch die interessanten Auktionen gegen 5.30 am Morgen mitzubekommen.

Deshalb fuhr ich am Freitag Nacht mit der nahezu letzten Bahn nach Ginza und traf mich mit Svenja, Jeanette und Helge, die dem Spektakel auch beiwohnen wollten. In Ginza ist nach 11 Uhr nachts wirklich fast alles tot. Was am Tag eines der beliebtesten Einkaufsbezirke fuer Neureiche ist, avanciert nachts zur Trauerweide. Selbst die grossen Leuchtreklamen fuer Firmen aller Art werden ausgemacht, da sie sowieso von niemandem gesehen werden. Ein paar belebte Ecken gibt es aber doch. SO gingen wir erst in eine Bar, in der jedes Getraenk 300Yen kostete. Ein Stehlokal, in dem es lustige Getraenke wie zb. dem "Quick Fuck"-Cocktail gibt. Dementsprechend hat man auch einige Businessmaenner mittleren Alters gesehen die anscheinend auf der Pirsch waren, sowie ein als Schulmaedchen gekleidetes Maedel.

Leider flachte die Stimmung dort schon sehr frueh ab und so entschlossen wir uns bis zum Morgen zum Karaoke zu gehen und uns die Stimmen heiser zu singen.


Danach 30 Minuten laufen in Richtung Bucht und man erreicht den Tsukiji. Das ganze Gelaende ist natuerlich groesser und man sieht zunaechst nur den sogenannten ausseren Markt. Das interessante jedoch, sprich die Auktionen der vielen Thunfische, findet jedoch in den inneren Gefielden statt. In grossen hallen, in denen die Fische, oft gefroren, aufgebahrt werden und von den potentiellen Kaeufern begutachtet werden koennen. Mit Pickelhacken aehnlichen Tools picken die Interessenten kleine Proben aus den Fischbrocken und entscheiden dann ob sie auf sie bieten oder nicht.


Obwohl das ganze sehr interessant anzusehen ist, ueberkommt einem doch schon ein etwas seltsames Gefuehl, wenn man die ganzen Fische dort wie "Waren" aufgebahrt sieht.


Der innere Markt ist unter einer grossen Halle, die insgesamt was um die 1600 Einzelhaendler beherbergt, die ihren Fisch unter den Mann kriegen wollen. Die Staende stehen dicht an dicht und als Besucher muss man staendig aufpassen niemandem im Weg zu stehen, denn staendig rennen Leute rum, rufen, Wagen fahren etc. Oft sieht man auch Verkaeufer, die den Fisch frisch an ihrem Stand schlachten. Sie nehmen ihn aus einem Aquarium, der Fisch zappelt sich noch einen ab und recht schnell gibt es dann den toedlichen Stich mit dem Messer in die Kiemen. Das ganze ist sehr dreckig und ich wir haben beim besichtigen viel Wasser und ich auch ein wenig Fischblut abbekommen, was da rumspritzt.


Beim herumschlendern kann man auch sicherlich die exotischsten Fische begutachten, die zum Verkauf aus entfernten Teilen der Welt angeschafft wurden.


Und waerend man so durch die verschiedenen Staende schlendert, wird es draussen hell, die Stadt erwacht und zumindest dieser Teil Tokyos gibt sein doch recht eintoeniges Antlitz preis.


Nach der Besichtigung kann man sich dann in einem der vielen Laeden in der Gegend des aeusseren Marktes ein frisches Sushi goennen.


Und ja! Es ist lecker. Hauchzart vergeht einem das Fleisch auf der Zunge. Da war ich echt ueberrascht. Am besten waren die Lachsstuecken, das Barsch- und die Ebi-Sushi (Krabben). Es ist schon interessant, was man alles hier isst, was ich in Deutschland wahrscehinlich nie angeruehrt haette. Manchmal sollte man eben doch einmal etwas ungewohntes probieren. ;)

Was bleibt vom Markt ist der Eindruck dieser erstaunlichen Zeremonie von Handel und Schau. (Mittlerweile scheint es viele Touristen anzuziehen, da es fuer die Auktionsbesichtigung selbst eigene "Visitor-Eingaenge" gegeben hat). Sowie all das, was nicht verkauft wurde...

Comments

Anonymous said…
whoa, voll der fisch-puff, harr. echt pervers... wie toll, dass ich gestern wieder einen meiner berühmten schlachthaus-träme (worst nightmares...) gehabt hab... und übrigens, dass mit dem blut rumspritzen hast du ja ganz schön nüchtern rübergebracht, respect, hat sich voll 'normal' angehört ;)