アコギサークルの合宿・Feriencamp

Eigentlich war ich nicht so oft beim Gitarrenzirkel der Uni, dem ich beigetreten bin. Von zwei Treffen in der Woche kam ich meistens nur Dienstags, denn Freitag Abends hatte ich eher weniger Lust, mich in einem Raum mit 30 Japanern zu befinden und Toene auf der Klampfe zu erzwingen waehrend woanders interessantere Sachen abgehen. Und so habe ich von der geplanten Gasshuku 合宿 (eine Art Zirkel-Feriencamp) erst gar nichts mitbekommen. Zur Pruefungszeit bei uns an der Uni kamen dann durch Zufall in der Mensa eine Horde Maedels aus dem Klub auf mich zu und fragten mich, ob ich nicht bei ihrer Gasshuku teilnehmen wollte. Da es in meinen Zeitplan gepasst hat, habe ich mich entschlossen teilzunehmen.


Alles was ich wusste, war, dass alle Mitglieder des Klubs fuer drei Tage nach Awajishima 淡路島 fahren, eine Insel vor der Bucht von Osaka, welche zwischen Honshu und Shikoku liegt.


Als wir dann ankamen, habe ich es mir wohl doch ein wenig anders vorgestellt. Der Leiter des Klubs hat eine Pension in einer Gegend gemietet, in der fast nur Pensionen liegen. Ergo hatte man kaum Moeglichkeit, sich etwas von der Insel anzuschauen. Dazu kommt, dass es am ersten Tag gleich mit Regen angefangen hat und bis zum letzten andauerte. Die "Pension Strawberry" war ungefaehr wie ein Ferienlager, was man aus fruehen Schulzeiten kennt. Es wurde ausgelost, wer mit wem in einem Raum schlaeft und wer neben wem im Bus sitzt. Das Innere der Pension war wie fuer Stubenhocker gemacht: Spielraum mit einem Haufen Comics, Videospielen, Suessigkeiten, einem Aufenthaltsraum, genannt "Rainbow Room", den seinem Namen entsprechend ein Regenbogen die Wand zierte. Alles abgerundet von tausend Kuscheltieren, die ueberall rumlagen und das ganze ein wenig kindisch erschienen liessen. "Na da kanns ja los gehen"...

Nachdem wir angekommen waren und alle ihre Zimmer bezogen hatten, sah man schon die ersten am Famicon, die anderen Mangas lesen und den Rest irgend etwas anderes machen, um sich die Zeit zu vertreiben. Das ging so bis zum Abend, wo ich dann im Dunkeln alleine noch einen kleinen Spaziergang gemacht hatte, da niemand bei Niesel aus dem Haus gehen wollte. Spaeter gab es noch Feuerwerk, da, wie ich zunaechst gar nicht wusste, fuer den naechsten Tag eine Ensokai 演奏会 (musikalische Vorfuehrung) geplant war.

Von Unikollegen hatte ich gehoert, wie langweilig Gasshukus von Klubs sein koennen. Einige haben da allerdings extreme Erfahrungen gemacht, wie zB. im Englisch Klub der Uni, die gegen 10 Uhr ins Bett sind und keinen Alkohol getrunken haben, da viele Mitglieder nach japanischem Gesetz noch nichts trinken duerfen. Das war hier ein wenig anders. Am ersten Tag war ich noch vom Vortag so platt, dass ich sehr frueh ins Bett bin, der Rest aber bis 3-4 in der Nacht auf war, dann aber naechsten Tag frueh 8 Uhr putzmunter zum Fruehstueck erschienen. Erstaunlich.


Am zweiten Tag waren alle damit beschaeftigt, ihre Darbietungen fuer den Abend einzustudieren. Vormittags noch ein wenig Tennis gespielt, im leichten Regen. Im Gegensatz zum ersten Tag war der zweite wesentlich angenehmer, da keine Langeweile aufkam. Das Essen war auch gut. Abends gab es reichliches Barbeque. Lecker, lecker!


Danach begann endlich die Ensokai, wo es auch Alkohol gab (worauf alle am ersten Tag verzichtet hatten). Die Stimmung war sehr gut und es gab viel zu lachen. Die meisten Lieder kannte ich nicht, denn alle dargebotenen Lieder waren domestisch. Ich hatte mich dafuer dann an Lennons "Let it be" versucht.


Nach ungefaehr 3-4 Stunden war die Vorfuehrung vorbei und es wurde noch munter bis halb 4 weitergefeiert.


Am letzten Tag hatte sich das Wetter dann doch noch verbessert und ich hatte die Gelegenheit, noch ein wenig von der Insellandschaft zu erkunden.


Abschliessend laesst sich sagen, dass die Gasshuku ganz gut war, mal vom ersten Tag abgesehen. Leider geht die allgemeine japanische Vorstellung von Spass nicht wirklich mit meiner konform, so dass ich wahrscheinlich nicht wieder dran teilgenommen haette, wenn ich noch an der Uni waer. Gasshuku heisst wirklich: Hinfahrt, praktizieren, Rueckfahrt. Das haette man eigentlich auch irgendwo in Kyoto gekonnt. ;)
Eine Erfahrung wars aber auf jeden Fall wert.

Comments

Anonymous said…
Dann kannst Du ja gleich Robins Band beitreten, wenn Du zurückkommst :) Er hat nämlihc eine gegründet letzten Monat. Kommst Du denn überhaupt zum Üben bei all den Sachen die Du so unternimmst? Btw: Ich werd jetzt wohl öfter hier vorbeischauen. Hatte viel zu tun. Grüße /wave