靖国神社・Kontroverse

Gestern war wieder mal ein sonniger Tag und so beschloss ich, einmal den umstrittenen Yasukuni-Schrein 靖国神社 im Herzen Tokyos zu besuchen.

Den Eingang zum Schrein Gelaende markiert ein grosses, 25 Meter hohes Stahltor, welches fuer sich in anspruch nimmt, das groesste in Japan zu sein. Eine lange, links und rechts von Steinlaternen gesaeumte Avenue fuehrt schliesslich zum eigentlichen Schrein, auf deren Haelfte eine grosse Statue des Gruenders der modernen Armee steht.


Der Schrein an sich ist nicht so atemberaubend (verglichen mit denen von Ise 伊勢 z.B.) jedoch hat er in den letzten Jahren wegen seiner Funktion fuer enorme politische Spannungen gesorgt. Errichtet wurde er urspruenglich, um die Toten zu ehren, die in den Wirren der Meiji-Restauration nach der 200 jaehrigen Abschottung des Landes ihr Leben liessen. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Gefallene im Schrein geehrt. Neben vielen Soldaten die ihr Leben liessen, werden z.B. auch heute noch hochgradige Kriegsverbrecher im Yasukuni Schrein verehrt. Japans ehemaliger Premierminister, Koizumi Junichiro, besuchte den Schrein jedes Jahr, was in Folge natuerlich zu politischen Spannungen mit China und Suedkorea fuehrte.


Im Gelaende findet sich auch noch das sogenannte Yushukan, ein Museum (nebenbei das wohl erste Japans) das die komplette Kriegsgeschichte Japans aufzeigt, angefangen bei den Samurai. In mehreren Hallen finden sich die Bilder aller (!) in dem Schrein verehrter Gefallener. Ausserdem sieht man Flugzeuge der Kamikaze-Flieger ("See you at Yasukuni") in voller Groesse oder originale Teile und Modelle der japanischen Marine. Die Ausstellung ueber die Kriege habe ich zunaechst interessant verfolgt, spaeter jedoch erschien es mir ein wenig einseitig, auch wenn ich nicht alles 100% verstanden habe. Fakt ist jedoch, dass das Museum dunkle Kapitel der japanischen Kriegsgeschichte nicht aus dem richtigen Licht beleuchtet bzw. verschoent, wie z.B. das Nanking-Massaker.


Draussen vor dem Museum finden sich dann noch einige Statuen, fuer alle Witwen des Krieges, alle gestorbenen Pferde, Brieftauben sowie Hunde im Dienste des Vaterlandes.


Der leicht natonalistische Charakter des Schreins und seines Museums wird auch innerhalb des Landes kritisiert.


Als ich Photos machen wollte vor einem der Hauptgebaeude, weil dort gerade eine Hochzeit stattfand, wurde ich gleich von einem Wachmann angekeift, ich solle das Photographieren doch unterlassen. Im gleichen Augenblick jedoch standen 2 Japaner unweit von mir und knipsten munter drauf los, ohne dass sie verwarnt wurden. *seufz*

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