Kyushu in 5 Tagen... (Teil 1)・阿蘇山と別府

...naja eigentlich warens nur drei (zwei Tage gingen allein fuer die Hin- und Rueckreise drauf), denn wenn man in Japan guenstig reisen will, so muss man das sogenannte juhachi-Ticket 十八切符 nehmen, welches vergleichbar mit dem WE-Ticket der deutschen Bahn ist. So bin ich hier am ersten Tag kurz nach fuenf Uhr nachts mit Bastian, Fabian und dessen Bruder nach Kyushu aufgebrochen, mit dem Wissen, dass das wohl die letzte gemeinsame Reise hier wird, denn beide verlassen das Land bald.

*Kyushu ist die westlichste und zugleich suedlichste der vier Hauptinseln Japans. Schon recht nah an Korea.

Die Hinfahrt hat ungefaehr 16 Stunden gedauert und war, wie man sich vorstellen kann, super langweilig. In einem der Zugwagen als wir Kyushuischen Boden betraten hat sich mal wieder das Klimaanlagen-Problem bewahrheitet. Bei ueber 35 Grad ausserhelb des Wagons haben wir alle im Zug maechtig gefroren.

・阿蘇・Aso
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Gegen 23 Uhr dann kamen wir endlich irgendwo in der Provinz an, wo unsere Unterkunft fuer die ersten zwei Naechte gelegen sein sollte. Zum Glueck hat man uns einen Fahrdienst angeboten. Nach der kurzen Einweisung des Zimmers (wir haben alle Sardinenartig in einem kleinen Zimmer geschlafen) wurden wir noch zum Sake trinken im Gemeinschaftsraum eingeladen.


Wie sich spaeter herausstellte war der Besitzer des Ladens frueher mal gewoehnlicher Angestellter in einer Firma und kommt urspruenglich aus Hiroshima. Nachdem er dann in seinem Leben einen Cut gamecht hat, und eine Weile quer durchs Land gereist ist, hatte er die Idee mit der guenstigen Unterkunft (und das war sie: knapp 1000Yen - 7Euro)) fuer Durchreisende. Jeden Abend trinkt er mit den Gaesten und lernt dadurch viele interessante Leute aus aller Welt kennen. Vor allem merkte man, wie er richtig aufging in seiner Berufung.



Nach etwas Sake, Whisky und dem Gute-Nacht-Bier beim Convinience Store war dann Zapfenstreich, denn wir wollten ja am naechsten Tag noch etwas sehen. Auf dem Programm stand der Vulkan Aso 阿蘇, dessen Gebiet, in dem es mehr als einen Krater gibt, als der Groesste der Welt gilt. Gerne haette ich einen Blick reinerhascht, jedoch kamen wir auf der Seite des Kraters an, an dem fuer diesen Tag anscheinend der Wind in die falsche Richtung wehte. Die Schwefeldaempfe, die so ein Vulkan ausspuckt sind extrem giftig, und so lief keine Seilbahn und auch die Wege nach oben waren gesperrt.


In der Hoffnung, dass sie doch noch aufgemacht werden, harrten wir an der Seilbahnstation ungefaehr 5 Stunden aus, letztendlich jedoch ohne Erfolg. Gefrustet machten wir uns wieder auf den Weg zurueck zur Unterkunft. Was blieb, waren beeindruckende Impressionen vom Gebiet um den hoechsten Krater sowie ein Photo und die Erzaehlung eines der Security Angestellten, der uns von dem einzigartigen Blick in den Krater berichtete.



Nachdem wir wieder etwas optimismus geschoepft hatten, ging ich mit Bastian gleich mal ins benachbarte Onsen 温泉, um uns ein wenig zu entspannen. Das hat man in der schwitzig heissen Region auch bitter noetig. Die anderen beiden mussten aufgrund eines Missverstaendnisses den ganzen Weg hinunter anstatt mit dem Bus, zu Fuss gehen.



Als sie dann am Bahnhof ankamen, beschlossen wir, Abends die Kurosawa Rahmen zu essen, welche uns von unserem netten Guide empfohlen wurden. Der Name war natuerlich nur ein Synonym fuer jene Rahmen, die Kurosawa Akira, der bruehmte Regisseur, einst zu den Dreharbeiten seines Films "Ran" in genau dem selben Laden ass.



Und ja, sie haben schon geschmeckt, zumindest waren sie das beste, was die Region hier an Rahmen zu bieten hatte. An die Kyotoer Rahmen kommen sie natuerlich nicht ran, obwohl Kyushu sehr bekannt fuer gute Rahmen ist. Ein anderes traditionelles Gericht aus der Gegend ist Pferdefleich, was ich auch am ersten Abend probieren durfte. Nach kurzer Ueberwindung liess ich es an meiner Gurgel vorbei, aber war nicht so besonders, zumahl das viele roh essen, was eh nicht so ganz mit den europaeischen Geschmacksnerven harmoniert glaube ich. ;)



Mit einer Shamisen aus Okinawa. Interessantes Instrument :)

Danach noch das abendliche Trinken in der Unterkunft, allerdings diesmal ein wenig zurueckhaltender als am Vortag.

・別府・Beppu
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Am naechsten Tag ging es dann nach Beppu, eine kleine Touristenhochburg an der Ostseite Kyushus. Vergleichbar mit bekannten Kurorten in Deutschland. Vor allem die Onsen sind da sehr bekannt. Neben solchen, wo man sich reinsetzen kann und von den Strapazen des Tages entspannt, gibt es dort auch acht der sogenannten Jigoku 地獄 (dt. Hoelle). Den Namen haben sie vor allem, weil das Wasser dort bis zu 90 Grad heiss wird. Leider sind saemtliche Jigokus nur gegen Eintritt zu besichtigen und so habe ich mir zwei interessante rausgepickt.


白池地獄 - Die Hoelle des weissen Teichs, so benannt wegen der Farbe des Wassers.



地の池地獄 - Blutteich-Hoelle, den Namen auch der Farbe des Wassers zu verdanken



Selbst aus dem Gulliloechern dampfte es unglaublich heiss
Die Hoellen waren zwar nett zum anschauen aber an sich weniger spektakulaer, deshalb entschlossen wir uns, ein weniger mehr in Onsen zu gehen.



Gleich nachdem wir in Beppu angekommen waren, sind wir kurz in ein altes Onsen aus der Meiji Zeit gegangen, welches neben dem normalen Bad auch noch Hallen hat in denen man die beruehmten Sandbaeder Beppus geniessen kann (preislich war das aber da ungefaehr 10x soviel wie fuer das normale Bad).

Um die Stadt herum in den Bergen liegen verstreut kleine heisse Quellen, in die man einfach reinhuepfen kann, wenn man eine gefunden hat. Der Weg dahin ist allerdings ein wenig beschwerlich aber wir entschieden uns trotzdem es zu versuchen und wurden mit einem spaetnachmittaglichem Bad in einem "wilden" Onsen mitten zwischen Bergen von Schwefel- und Kalkablagerungen belohnt. Das war echt eines der besten Baeder, die ich bis jetzt hier genossen habe.


Aussicht vom heissen Bad in den Bergen

Dann wurde es schon wieder Dunkel und wir entschieden uns fuer den Heimweg, denn so ein stehendes Gewaesser lockt auch Abends enorm viele Muecken an. Am naechsten Morgen dann sind die meine drei Reisegefaehrten nach Hause aufgebrochen, ich allerdings in die entgegengesetzte Richtung, denn ich wollte die Zeit auf Kyushu noch ein wenig ausnutzen und wenigstens mal Nagasaki gesehen haben. Doch dazu mehr im naechsten Eintrag...

Comments

Anonymous said…
Onsen-Ben auf frischer Tat ertappt !!

http://img177.imageshack.us/my.php?image=0608231717br3.jpg

(^O^)
Anonymous said…
muahahaha sowas wollen wir hier sehen :D

ben in seinem element! die nacktheit! der exibitionist in person!

das sind die bilder auf die berlin seit langem wartet!!

danke actionking!

geil!