春日大社の万灯籠

Nara 奈良, vor Kyoto lange Zeit und zugleich auch die erste feste Hauptstadt Japans. Dementsprechend wartet sie mit reichlich Kultur auf.


Pilgerstaette Nummer eins ist sicherlich der Todai-Tempel 東大寺 (grosse Tempel des Ostens), welcher 745 vom Emperor Shomu gebaut wurde um einerseits seine Macht zu zeigen, andererseits auch, um dafuer zu beten, dass das Volk von den vielen Epedemien verschont bleibt, welche damals wohl sehr haeufig das Land heimsuchten. Auch heute noch ist der Tempel das groesste hoelzerne Gebilde der Welt, beeindruckend vor allem dann, wen man bedenkt, dass die Halle, die man heute sieht nur eine Rekonstruktion von 1709 ist, und nur 2/3 der Groesse des Originals von frueher hat. Da in Japan frueher fast alles mit Holz gebaut wurde, sind fast alle Tempel, Schreine und teilweise auch Burgen nichtmehr in dem Originalzustand wie frueher, allerdings kann man einige gut erhaltende doch noch ausfindig machen.



Wie auch auf Miyajima 宮島 gibt es hier freilaufende Rehe und es wird an jeder Ecke Futter verkauft fuer die Vierbeiner. Kauft man ein Packen 鹿煎餅 so wird man die Rehe so schnell nicht wieder los, denn anscheinend ernaehren sie sich von den Gaben spendabler Touristen und werden dabei schonmal etwas aufdringlich.


Neben einigen Pagoden und einem wirklich schoenen Park findet sich in diesem Gebiet auch der Kasuga-Taisha 春日大社 (Gross-Schrein). Einer der bekanntesten und wichtigsten Shinto-Schreine. Aehnlich wie auch in Kyoto im Fushimi-Inari-Taisha - das Gebiet wo mehrere Tausends gespendete rote Tore stehen - glaenz dieser Schrein mit seinen Stein- und Eisenlaternen, welche auch ueber Jahrhunderte gespendet wurden und mittlerweile eine Anzahl von 3000 erreicht haben.


Im Zuge des spaetsommerlichen O-bon Fest お盆, Feier zu Ehren der Geister der verstorbenen Ahnen, werden jedes Jahr in diesem Schrein alle (!) Laternen angemacht, was abends natuerlich ein wunderbar romantischer Anblick ist. Neben den Laternen, die als Symbol wirklich beeindrucken, nicht zuletzt durch die Anzahl, wird mit Gesang und Musik des Festes gedacht.



Doch nicht nur die Laternen, nein auch der komplette Park wurde mit unzaehlbaren Kerzen beleuchtet. Leider waren einfach zu viele Leute da um das auch wirklich zu geniessen, aber das ist bei beliebten Festen in Japan ja immer so.

Zum Schluss habe ich noch eine kleine Anekdote zu erzaehlen. Wenn man in Japan auf die oeffentlichen Toiletten geht, dann kann man nicht erwarten dort nach dem Haendewaschen sich die Haende abtrocknen zu koennen oder per Heissluft saubermachen zu koennen. Meistens gibt es naemlich beides nicht. Auf dem Nara Bahnhof der Kintetsu Linie (die groessten Abzocker ueberhaupt hier in Kansai) habe ich dann folgendes gesehen.


Wahrscheinlich fuer all die armen Westler, die sich die Haende abtrocknen wollen, stand am Audgang der Toilette doch tatsache ein Automat, der pro Blatt 100Yen (~70 Cent) haben wollte. Da sind die Gebuehren bei uns ja meistens noch guenstiger fuer die Benutzung des Wasser Closets inklusive soviel Tuecher wie man brauch.

Die lokale Kintetsu Bahngesellschaft sind, wie ich eben schon erwaehnt habe, eh voll die Abzocker. Kauft man bei jeder anderen Bahngesellschaft ein Ticket, so kann man jeden Zug nehmen, ob schnell oder langsam. Sonderzuege fahren meistens auf extra Bahnsteigen. So kauften wir uns ein Ticket zurueck nach Hause und stiegen ahnungslos in den schnellsten Zug richtung Heimat. Nach kurzer Zeit kam der Schaffner und erklaerte, dass man fuer diesen Zug nachzahlen muss, 500 Yen pro Mann, also genausoviel wie fuer die Fahrkarte an sich.

Typisch Monopolisten, denken sie koennen sich alles erlauben. *seufz*

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