Der Tempel des himmlischen Drachen

Obwohl meine Kritik ueber die Ryukoku-Uni an dieser Stelle nicht gerade positiv ausfaellt, gibt es auch spassige Tage. Ab und an wird, zusammen mit den anderen Austauschstudenten, ein Halbtagesausflug unternommen. So haben wir zusammen mit der "Klasse" vor einiger Zeit eine Ausstellung ueber traditionelle Handwerkskunst aus Kyoto besucht und eine Fuehrung bei der Firma Kyocera (Kyo[to] [Micro]Cera[mics]) genossen.



Der heutige Ausflug fuehrte zu einem sehr schoenen Plaetzchen Natur namens Arashiyama 嵐山. Neben einer wirklich beeindruckenden Bergkulisse und breiten Fluessen liegt hier auch der aelteste und zugleich erste Zen-Tempel Japans, namentlich Tenryuji 天龍寺 (Tempel des himmlichen Drachen), welcher seit 1995 zur Unesco Liste des Weltkulturerbe gehoert.




Eine Fuehrung gab es nicht, dafuer durfte man sich auf dem gesamten Areal frei bewegen. Neben den Haupthallen, in denen die Moenche ihr Zazen 座禅 ueben, gibt es eine wunderbare Gartenanlage und ein gepflegten Teich. Der umliegende Bambuswald laedt auch zum Spaziergang ein.


Francoise, Bastian und ich beim Zazen-ieren. ;)

An der Uni besuche ich im Moment einen Buddhismuskurs bei einem bekannten Zen-Buddhist. Boddhidharma, der Moench, durch den Ueberlieferungen nach Zen in Japan populaer wurde, hat wohl mehrere Jahre lang in diesem Tempel verbracht und nichts anderes gemacht als einen Stein angeschaut (was fuer ein Held *g*). Zazen ist auf jeden Fall gewoehnungsbeduerftig. Vor jeder Buddhismus- Lektion laesst uns der Dozent 15-20 Minuten auf eine leere Wand gucken, still und ruhig. Am Anfang tat mir immer der Ruecken weh aber nach ein wenig Uebung der Koerperhaltung geht es wirklich. Wenn jetzt nur nicht mehrere lachwuetige Leute neben einem sitzen wuerden, welche die Konzentration erheblich erschweren. ;)



Die Umgebung um Arashiyama ist wirklich dermassen beeindruckend, dass ich am liebsten gerne auf einen der anliegenden Berge gewandert waere, leider reichte dafuer die Zeit nicht mehr.
Nach dem Besuch des Tempels haben wir uns noch mit Essenspacket und Softeis an einen Fluss gesetzt.



Zum Anlass des Tages haben sich zwei Thailaenderinnen aus unserer Gruppe in Yukata (traditionelles japanisches Sommergewand) praesentiert. Bei den anderen Touristen zogen sie zumindest soviel Aufmerksamkeit auf sich, dass diese sie wohl mit Japanerinnen verwechselten.


Huebsch, Huebsch

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